Laufende Promotionsarbeiten

Laufende Promotionsarbeiten


Context-sensitive Assistance Systems for Smart Self-Management

Die digitale Durchdringung des Alltags bietet große Potenziale und führt gleichzeitig zu neuen Herausforderungen. In der gegenwärtigen Arbeitswelt können insbesondere eine Arbeitsverdichtung, sowie Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben beobachtet werden. Viele Arbeitnehmer stehen oft unter Zeitdruck. Häufige Unterbrechungen und Multitasking erschweren zusätzlich die Planung und Fertigstellung von Aufgaben, sowohl beruflich als auch privat. Der entstehende Stress und fehlende Erholung sind in allen Lebensbereichen kritische Faktoren. Somit kommt dem Selbstmanagement eine steigende Bedeutung zu, nicht nur im Hinblick auf die Produktivität, sondern insbesondere auch in Bezug auf die Erhaltung der Motivation, des Wohlbefindens und der Gesundheit des Einzelnen. Einen individuell passenden, reibungslosen Workflow zu entwickeln erfordert oftmals zusätzlichen Aufwand, kann aber insbesondere langfristig von großem Vorteil sein. Bisherige Werkzeuge, wie beispielsweise digitale Terminkalender oder To-do Listen, bieten nur eine rudimentäre Unterstützung, da sie meist statisch sind und eine permanente manuelle Anpassung benötigen. Zudem werden Entwicklungen im Bereich der Sensoren und Smart Devices bisher kaum berücksichtigt. Mit ihnen wird es möglich, Daten über den Nutzer und seine Umgebung zu erfassen. Die so gewonnenen Informationen, z.B. über den Ort des Nutzers, seine Bewegung oder biologische Werte, sowie Schlussfolgerungen, beispielsweise über die aktuelle Situation, können in Unterstützungsansätze für das Selbstmanagement einfließen.

Ziel der Forschungsarbeiten ist es, ein Konzept für ein innovatives Assistenzsystem zum kontextsensitiven Selbst-Management zu entwickeln und zu erproben. Hierbei soll insbesondere das Potenzial von Sensoren und Smart Devices zur Erfassung benötigter Daten und zur Umsetzung einer ubiquitär nutzbaren Vorschlagsfunktion untersucht werden. Die Ergebnisse sollen dazu verwendet werden, ein personalisiertes, situationsbezogenes und stresssensitives Assistenzsystem zum Selbst-Management zu entwickeln.


Eine Methode zur Entwicklung von Referenz-Unternehmensarchitekturen

Mit Zielen wie erfolgreicher Organisationsentwicklung und der Harmonisierung von Geschäfts- und IT Landschaft versuchen Unternehmensarchitekturen ein ganzheitliches Bild einer Organisation zu erfassen. Ein Unternehmensarchitektur-Modell beschreibt eine Organisation dabei aus verschiedenen Perspektiven wie Organisationsstrategie, -struktur, Geschäftsprozesse, Datenstrukturen, Informationssystemen und IT-Infrastruktur, um diese dann miteinander in Beziehungen zu setzen. Das Forschungsfeld des Unternehmensarchitektur-Management (engl. Enterprise Architecture Management – EAM) bietet dabei verschiedene Rahmenwerke, Methoden, Notationssprachen sowie Werkzeuge, um solche Architekturmodelle zu entwickeln, zu realisieren und zu analysieren. Obwohl Organisationen eine individuelle Architektur besitzen, können sie anhand verschiedener Merkmale gruppiert werden (z.B. anhand der Branche). Somit lassen sich Gemeinsamkeiten innerhalb solcher Gruppen identifizieren. Zusätzlich können Veränderungen des Geschäftsumfelds (wie z.B. regulatorische Veränderungen, technologische Entwicklungen) ähnliche Konsequenzen für verschiedene Organisationen bedeuten. Mit der Hilfe von Referenzmodellen ist es möglich, gemeinsame Strukturen abzubilden und allgemeingültige Lösungsansätze in Form eines Unternehmensarchitektur-Modells festzuhalten. Die Anwendung solcher Referenzmodelle auf spezielle Organisationskontexte unterstützt dabei eine ganzheitliche, effektive und effiziente Unternehmensentwicklung. Zwar existieren verschiedene Referenzmodelle, die sich auch teilweise auf Strukturen von Unternehmensarchitekturen beziehen, jedoch fehlt es bislang an einer konkreten Methodik Referenz-Unternehmensarchitekturen zu entwickeln.

Ziel dieses Promotionsprojektes ist es, eine Methode zur Entwicklung von Referenz-Unternehmensarchitekturen zu entwickeln. Dabei liegt der Fokus auf Referenzmodelle für Organisationsgruppen, die in einem dynamischen Geschäftsumfeld agieren. Zur Entwicklung der Methode wird das Forschungsdesign Design Science Research genutzt, woraus die Methode als Artefakt entsteht. Die Methode wird durch ihre Anwendung in verschiedenen Fallstudien evaluiert. Dementsprechend entstehen im Laufe des Projektes auch Referenz-Unternehmensarchitekturen, die selbst wiederum als Artefakt gesehen werden können.

Zur Realisierung des Vorhabens, werden verschiedene Ansätze aus dem Bereich der Referenzmodellierungsforschung genutzt. Relevante Fragen dabei sind u.a.: Wann kann eine Referenz-Unternehmensarchitektur als solche bezeichnet werden? Wie lassen sich die relevanten Daten erheben? Wie können bestehende Ansätze auf Strukturen von Unternehmensarchitekturen angewandt werden? Wie lassen sich induktive und deduktive Referenzmodellierung in der Methode integrieren? Des Weiteren werden Fragen aus dem EAM-Gebiet adressiert: Welche Struktur sollte eine Referenz-Unternehmensarchitektur aufweisen? Wie lassen sich EA-Modelle miteinander vergleichen? Welche Ansätze der EAM Analyse können für das Vorhaben genutzt werden?