Studium der Wirtschaftsinformatik

Studium der Wirtschaftsinformatik

Themen für Abschlussarbeiten

Im Laufe Ihres Studiums müssen Sie je nach Studiengang eine Masterarbeit und/oder Bachelorarbeit anfertigen. Sie erwerben in dieser Zeit unter Anleitung und Begleitung eines von Ihnen gewälten Betreuers neue Fachkenntnisse und lernen das Handwerkszeug eigenständiger Entwicklungs- und Forschungsarbeit. Ihr erster Schritt zu einer erfolgreichen Arbeit ist, ein für Sie interessantes Thema zu finden. Kontaktieren Sie dazu einen wissenschaftlichen Mitarbeiter, der Sie betreuen könnte. Bei der Suche nach dem richtigen Betreuer orientieren Sie sich bitte an dem von Ihnen angestrebten Themengebiet und den Forschungssschwerpunkten der einzelnen Mitarbeiter. Entwickeln Sie möglichst genaue Vorstellungen von Ihrem Themenwunsch. Nachstehend finden Sie das aktuelle Themenangebot des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik. Die Liste kann - in individuellen Gesprächen mit den wissenschaftlichen Mitarbeitern - erweitert werden.

Bachelorarbeiten

Cognitive Services - Analyse und Klassifikation von Funktionsumfang, Schnittstellen und Angebotsformen

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Bachelorarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 08.08.2019

Unter „Cognitive Services“ kann eine Sammlung von Algorithmen und Programmierschnittstellen (Application Programming Interfaces, APIs) verstanden werden, die Technologien der Künstlichen Intelligenz (KI) wie Deep Learning oder Data Mining nutzen, um menschliche Lern- und Denkprozesse zu simulieren. Sie werden daher auch dem sog. „Cognitive Computing“ zugeordnet. Ihren Einsatz finden Cognitive Services, um Entwicklern beispielsweise zu helfen, Anwendungen oder Agenten mit künstlicher Intelligenz (KI) auszustatten. Sie ermöglichen es somit Unternehmen, die nicht über das notwendige KI-Entwicklungspersonal, die Infrastruktur zur Speicherung und Analyse großer Datenmengen und das Budget hierzu verfügen, KI-Werkzeuge für ihre Bedürfnisse auszuwählen und zu nutzen. Zu den Anbietern von Cognitive Services gehören zum Beispiel IBM, Microsoft, Amazon und Google, jedoch sind darüber hinaus zahlreiche weitere, teils auf einzelne Services spezialisierte Anbieter auf dem Markt. Da sich ein Überblick über das umfangreiche Angebot der Cognitive Services und die zielgerichtete Auswahl schwierig gestaltet, soll im Rahmen der Bachelorarbeit eine Analyse und Klassifikation von Funktionsumfang, Schnittstellen und Angebotsformen vorgenommen werden. Die Analyse soll dabei die zur wissenschaftlichen Nutzung von Cognitive Services relevanten Kriterien hinsichtlich Lizenzmodell, Schnittstellen und Datenspeicherung identifizieren und zum Vergleich heranziehen.

Digitale schwarze Bretter in der Wohnungswirtschaft: Bedarf, Nutzen und Technologien

Betreuung

Themenstellung

In Gebäuden mit vielen Mietparteien oder in Wohnheimen für Schüler und Studierende gibt es in der Regel mindestens ein schwarzes Brett oder eine Anschlagtafel, die dazu dient, Informationen vom Vermieter oder Betreiber des Gebäudes an die Mieter bzw. Nutzer zu übermitteln, wie z.B.  Wartungstermine (für Heizung, Aufzug, etc.), Störungsmeldungen („kein Warmwasser wegen technischem Problem“), Änderungen der Ansprechpartner in der Hausverwaltung, Ablesetermine für Zähler in den Wohnungen, usw.. Gleiches gilt für Sportanlagen, die vielen verschiedenen Vereinen, Schulen oder anderen Organisationen zur Verfügung stehen. Diese Art der Bereitstellung von Informationen ist weder für den Vermieter/Betreiber noch für die Mieter/Nutzer optimal. Die Informationen müssen beispielsweise physisch an allen relevanten schwarzen Brettern angebracht werden, was viel Aufwand bedeutet und bei kurzfristig auftretenden Störungen oft nicht schnell genug erfolgen kann. Die Verbreitung von Informationen über IT-gestützte Lösungen (Homepages im Internet, SMS-Nachrichten, Apps) ist zwar technisch kein Problem, erfordert aber, dass die Mieter/Nutzer mit der entsprechenden Technologie ausgerüstet sind und diesen Informationskanal akzeptieren – was für viele Mieter/Nutzer nicht vorausgesetzt werden kann. Daher wird das schwarze Brett vermutlich kurzfristig nicht überflüssig werden, könnte aber durch eine digitale Variante ersetzt werden, die zumindest die Verbreitung der Information vereinfacht und die Aktualität erhöht.

Die geplante Bachelor-Arbeit soll untersuchen, welchen Nutzen digitale schwarze Bretter / Anschlagstafeln aus Sicht der Wohnungswirtschaft konkret haben. Dazu soll ausgehend vom Bedarf der Wohnungswirtschaft, d.h. den gewünschten Nutzungsszenarien, und den erwarteten Vorteile (Kostenersparnis, Zeitersparnis, größere Aktualität, etc.) der konkrete Nutzen ermittelt und quantifiziert werden. Dazu gehört beispielsweise, wie viel Aufwand bei der Verteilung der Informationen wirklich gespart werden kann oder welche neuen Nutzungsmöglichkeiten erwartet werden. Diese Nutzenbetrachtung soll in Relation zu entstehenden Kosten (Installation, Wartung, Betrieb) bei zumindest zwei ausgewählten Lösungen gesetzt werden. 

Der Kooperationspartner, mit dem nicht nur Nutzungsszenarien diskutiert werden können sondern auch die mögliche Einbindung in heutige Arbeitsabläufe, ist der Bereich WIROtel und Sportstätten der WIRO. Die WIRO und der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik arbeiten gemeinsam an neuen Lösungen für die Digitalisierung der Wohnungswirtschaft.

Partizipationsformate zur mitarbeiterzentrierten Produkt- und Arbeitsgestaltung

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Bachelorarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 01.01.2019

Die Digitalisierung der Arbeit bringt einerseits große zeitliche und räumliche Flexibilisierungsspielräume mit sich, andererseits eine steigende Komplexität und Vernetzung der Arbeitsprozesse. Eine motivierende und gesundheitsfördernde Arbeitsgestaltung kann dabei weder durch einen „zentralen Planer“, wie eine Personalabteilung, gelingen noch vom Management oder durch etablierte Formen und Strukturen der betrieblichen Mitbestimmung alleine getragen werden. Vielmehr muss die breite Einbindung der Mitarbeiter im Sinne einer „Community of Work“ stattfinden, die ihre individuelle, digitalisierte Arbeitswelt in Bezug auf die Arbeitsprozesse und -produkte verantwortungsvoll und kooperativ mitgestaltet. Ein Instrument hierzu bilden Plattformen zur Ideenfindung und -bewertung. Allerdings werden diese bisher hauptsächlich im Bereich der Produktentwicklung oder im Kontext von Ideenwettbewerben eingesetzt. Ziel der Arbeit ist es daher, zunächst bestehende Formen der betrieblichen Mitbestimmung zu systematisieren. Anschließend sollen IT-gestützte Plattformen zur Ideenfindung und -bewertung identifiziert und in einen zu schaffenden Vergleichsrahmen eingeordnet werden. Die Plattformen sollen abschließend im Hinblick auf ihre Eignung zur betrieblichen Mitbestimmung beurteilt werden.

IT-gestütztes Gesundheitsmanagement in der Wissensarbeit

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Bachelorarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 01.01.2019

Zum Stand der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), die in Unternehmen oft Teil des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) ist, existieren in der Wissenschaft zahlreiche empirische Studien. Auch sind bereits Anbieter auf dem Markt, die spezielle Programme und Produkte für BGF anbieten. Jedoch sind diese Studien und am Markt verfügbare Lösungen oft nicht speziell zugeschnitten auf die Probleme und Bedürfnisse der Wissensarbeiter. Ziel der Arbeit ist es daher, den Stand der Forschung und Praxis im Bereich des BGF speziell für wissensintensive Arbeit zu ermitteln. Zur Konkretisierung können auch einzelne Branchen oder Wirtschaftsbereiche betrachtet werden wie etwa Unternehmens- Steuer oder Finanzberatung, personennahe Beratungsdienstleistungen oder Ingenieurdienstleistungen. Die in diesen Bereichen vorhandenen empirischen Studien oder ausgewählte Berichte über BGF-Maßnahmen sollen mit dem Ziel analysiert werden, wesentliche Komponenten der BGF-Maßnahmen sowie Erfolgsfaktoren zur Einführung oder Aufrechterhaltung der Maßnahmen zu identifizieren und die Rolle der Informationstechnologie dabei zu charakterisieren. Abschließend sollen daraus mögliche Punkte für die zukünftige Forschung abgeleitet werden. Die Arbeit könnte auch bspw. eine elektronische Umfrage zum Thema BGF enthalten.

Werkzeugunterstützung für die 4EM-Methodik zur Unternehmensmodellierung

Themensteller: Dr. B. Lantow


Geeignet für: Bachelorarbeit/Masterarbeit/Berufspraktikum

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 14.03.2019

Mit 4EM gibt es eine Methode zur Unternehmensmodellierung, welche sich für den Einsatz in Praxis und Lehre eignet. Sie wurde in den letzten Jahren durch ein internationales Forscherteam zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik entwickelt und ist an mehreren Universitäten in Europa Bestandteil der Lehre.

Eine Unterstützung für die Modellierung bestand bisher in der Bereitstellung von Templates für verschiedene Diagrammeditoren wie Visio und DIA. Damit verbunden sind zwei Probleme: (1) Der Modellierer muss die Einhaltung der Regeln der 4EM-Modellnotation selbst überwachen (2) Es entsteht kein formales Modell, welches weiterer maschineller Analyse zugänglich wäre.

Die Universität Wien hat ein Projekt gestartet, um ein 4EM-spezifisches Modellierungswerkzeug zu entwickeln, welches diese Probleme lösen soll. Inzwischen existiert ein Prototyp dieses Werkzeugs, welcher bereits in der Lehre eingesetzt wurde und im Verbund des 4EM-Teams weiterentwickelt wird. Dieser Prototyp basiert auf der ADOxx-Plattform welche die Basis für Modellierungswerkzeuge in vielen EU-Projekten und für kommerzielle Anbieter ist. ADOxx bietet die einfache Generierung eines grafischen Editors auf Basis eines Metamodells der jeweiligen Modellierungssprache, die Möglichkeit der Anpassung des Editors mit Skripten und die Nutzung sprachenunabhängiger Module zur Modellanalyse.

  • Mögliche Aufgaben im Rahmen einer Arbeit sind unter anderem:
  • Abbildung des gesamten 4EM-Sprachmodells im Werkzeug
  • Verbesserung der Usability
  • Ergänzung von Schnittstellen und Analysefunktionalität
  • Bereitstellung von Funktionalität zur Modellierung im Team und zum Modellmanagement
  • Untersuchung des Einflusses des Werkzeugs auf den Modellierungsprozess

Die Arbeit wird in Kooperation mit den beteiligten Forschungseinrichtungen durchgeführt.

State of the Art - Tools for Ontology Development

Themensteller:Achim Reiz

Geeignet für: Bachelorarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 1.10.2019

Computational Ontologies bieten ein Mittel zur automatisierten Wissensgenerierung und haben das Potenzial, ein wichtiger Eckpfeiler für die kommenden Herausforderungen im Bereich der künstlichen Intelligenz zu sein.
In den letzten Jahren gab es in diesem Forschungsfeld viele unterschiedliche Entwicklungsrichtungen, es verfügt nach wie vor über eine aktive Forschungsgemeinschaft.
Für die Entwicklung dieser Wissensdatenbanken wurden Tools wie Protegé, KAON, NeOn und viele mehr veröffentlicht. Leider sind viele dieser Tools nicht mehr verfügbar, funktional oder nutzbar, z.B. aufgrund von veralteten Abhängigkeiten oder fehlender Unterstützung für moderne Dateiformate. Mithilfe einer Literaturrecherche identifizieren Sie relevante Software, die veröffentlicht wurde. Basierend auf den technischen Spezifikationen dieser Tools wird eine Tabelle mit den offerierten Funktionen erstellt. Diese Tabelle soll einen detailierten Überblick darüber geben, welches Werkzeug welche Art von Funktionalität bietet. Im letzten Schritt prüfen Sie, welche Tools noch verfügbar und nutzbar sind, welche nicht, und für welche Tools der Quellcode für die weitere Entwicklung oder Recherche verfügbar ist.

Building a Web-Application for the connection of structured Knowledge and Image Recognition

Themensteller:Achim Reiz

Geeignet für: Bachelorarbeit/Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 18.10.2019

Die manuelle Detektion von Inhalten und Gegenständen in Videos ist äußerst aufwendig - und damit kostenintensiv.  Zusammen mit dem Fraunhofer Institut für graphische Datenverarbeitung und der Future TV Production GmbH entwickeln wir einen neuartigen Ansatz für die automatische Inhaltsanalyse: Ein „Objekt“ in einem Video kann beispielsweise ein fahrendes Auto, ein Strandkorb, ein Kleidungsstück oder ein Möbelstück sein, das während einer Szene des Videos für eine gewisse Zeit im Bild ist. Welche Objekte wann in einem Video erscheinen, ist eine wichtige Information, um sowohl die Analyse von Videos zu ermöglichen als auch Werbung besser zu den Inhalten des Videos passfähig zu machen oder die richtigen Videos für das Interesse eines Nutzers aussuchen zu können.

Die Realisierung erfolgt arbeitsteilig:

Das Ziel des Fraunhofer IGD ist es, die unterschiedlichen Algorithmen und Verfahren zur Schnitt- und Objekterkennung, Klassifikation und Interpretation in ein Videoanalyse-Framework zu integrieren. Neben Methoden zur Objekterkennung ist allerdings vor allem eine geeignete Ontologie erforderlich, um die Objekte in einen sinnvollen Zusammenhang bringen zu können. Für die Erarbeitung dieses sogenannten „Weltmodells“ zeichnet sich der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der Universität Rostock verantwortlich. Abgesehen von der Konzepterstellung für das Gesamtsystem, obliegt es der Future TV Produktion GmbH, alle Dienste miteinander zu verknüpfen und eine Software-Lösung für den Gebrauch im eigenen Unternehmen zu implementieren.

Das oben beschriebene Projekt stellt den Rahmen für die hier ausgeschriebene Masterarbeit dar. Für Test- und Demonstrationszwecke soll eine ergänzende Web-Applikation entwickelt werden. Diese soll einfach verständlich die Fähigkeiten des neuartigen Ansatzes aufzeigen und sowohl die Ontologie als auch die Bilderkennung einbinden. Die Aufgabe der Masterarbeit ist die Konzeption und Realisierung dieser Anwendung.

In der Konzeptionsphase werden Sie anhand der Literatur Kriterien für gutes Web-Design identifizieren und darauf aufbauend in Absprache mit Ihrem Betreuer einen fachlichen Anforderungskatalog für die Software erstellen. Anschließend erarbeiten Sie eine Softwarearchitektur basierend auf den Schnittstellenbeschreibungen der Services. Im praktischen Teil realisieren sie die Applikation.

Sie greifen mittles REST-Schnittstelle auf die Ontologie und den Image Recognition Service zu, binden die Services ein und stellen die Ergebnisse anschaulich anhand den im ersten Schritt identifizierten Design-Guidelines dar. Die Applikation soll dabei auf Python + django basieren, einen entsprechenden virtuellen Server stellt die Uni Rostock zur Verfügung. Abschließend gleichen sie den entwickelten Stand mit den Anforderungen ab, gehen auf etwaige Schwierigkeiten ein und begründen ggf. von dem Grundkonzept abweichende Designentscheidungen.

Bei erfolgreichem Abschluss kann das Projekt ggf. über eine Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft weitergeführt werden.

Masterarbeiten

Integration von Ontologien und Graphdatenbanken

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 08.08.2019

Ontologien repräsentieren das Wissen in einem Gegenstandsbereich, das meist von mehreren Akteuren im Hinblick auf bestimmte Anwendungen erfasst wurde. Aufgrund ihres Charakters als expliziter, formaler Spezifikation erlauben sie zudem maschinelle Schlussfolgerungen, sodass nicht alle Fakten in einem Gegenstandsbereich explizit erfasst werden müssen. Vielmehr kann fehlendes Wissen durch Schlussfolgerung automatisiert ergänzt werden. Obwohl Ontologien in vielfältigen Bereichen eingesetzt werden können, sind sie bisher überwiegend im Kontext wissensbasierter Systeme anzutreffen. In den letzten Jahren hat sich zudem mit Graphdatenbanken eine weitere Technologie entwickelt, um Wissenselemente zu speichern und komplexe Abfragen in netzartig organisierten Wissensstrukturen durchzuführen. Während die Stärke von Ontologien in der Klassifikation von Objekten anhand von deren Eigenschaften liegt, ist es die Stärke von Graphdatenbanken, Fragen über komplexe vernetzte Wissensstrukturen zu beantworten. Ziel der Masterarbeit ist es daher, Mechanismen zur Integration von Ontologien und Graphdatenbanken zu erarbeiten, um somit die Stärken beider Ansätze nutzen zu können. Die Integration soll konkret anhand der Ontologiesprache OWL und der Graphdatenbank Neo4j untersucht werden. Als Beispiel einer abzubildenden Domäne soll das Wissensmanagement für Projekte in der Automobilzulieferindustrie fungieren. Als Ergebnis sollen Muster und Vorgehensweisen zur Integration entstehen, die in zukünftigen praxisnahen Forschungsprojekten angewendet werden können.

Konzeption und Erprobung einer Graph-basierten Repräsentation von SysML-Modellen

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 08.08.2019

Die Systems Modeling Language ist eine standardisierte, grafische Beschreibungssprache, die auf der Unified Modelling Language (UML) 2 aufbaut. Sie wird zur modellhaften Beschreibung komplexer technischer Systeme verwendet. Um mehrere mit dieser Sprache erstellte Modelle durchsuchen zu können und das in den Modellen enthaltene Wissen mit weiteren Fakten im Rahmen von Wissensmanagement-Initiativen (teil-)automatisiert verknüpfen zu können, ist eine Transformation oder Konvertierung der SysML-Modelle in einen Wissensspeicher notwendig, der eine einfache Analyse komplexer Fragestellungen erlaubt. In dieser Hinsicht haben sich in den letzten Jahren Graphdatenbanken als eine Technologie etabliert, um stark vernetzte Informationsbestände abzufragen und auch zu visualisieren. Sie bilden damit eine Grundlage für das Management vernetzter Wissensbestände. Da bisher keine ausreichenden Ansätze zur Überführung von SysML-Modellen in die Strukturen von Graphdatenbanken bekannt sind, ist es das Ziel der Masterarbeit, eine Graph-basierte Repräsentation von SysML-Modellen zu konzipieren und anhand von Praxisbeispielen zu erproben. Die Konzeption soll nicht nur Fragen der einmaligen Überführung eines SysML-Modells in eine Graphdatenbank berücksichtigen, sondern auch Mechanismen für die Änderung, Löschung und Visualisierung der Modelle mit einer Graphdatenbank umfassen. Als konkrete Graphdatenbank soll Neo4j zum Einsatz kommen. SysML-Modelle sowie ein SysML-Werkzeug werden durch das Virtuelle Fahrzeugzentrum Graz zur Verfügung gestellt.

Prozessanalyse für Personenzentrierte Dienstleistungen

Themensteller: Dr. B. Lantow


Geeignet für: Masterarbeit, bedingt auch Bachelorarbeiten

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 15.03.2019

Klassische Process-Mining-Werkzeuge bieten  umfangreiche Analysemöglichkeiten für Prozesse, welche während ihrer Ausführung umfangreiche digitale Spuren hinterlassen. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Digitalisierung der  Prozessausführung, damit eine entsprechende Datenbasis verfügbar ist. Für gut strukturierte Prozesse, bei denen die Prozesslogik und ihre Eingangsparameter gut zu beschreiben sind, funktionieren diese klassischen Ansätze gut.

Schwierigkeiten entstehen bei wissensintensiven Prozessen, welche durch ad-hoc Prozessverläufe und die Nutzung wenig strukturierter Daten (Wissen) gekennzeichnet sind. Im Bereich Personenzentrierter Dienstleistungen stellt sich die Situation noch einmal schwieriger dar. Es gibt im Dienstleistungsprozess Abschnitte, die ein geringes Digitalisierungspotential aufweisen. Die Prozessausführung wird von weichen Faktoren, wie sozialer Interaktion und persönlichem Empfinden beeinflusst. Eine Dokumentation des aktuellen Prozessstatus erfolgt oft textbasiert und Aktivitäten werden manuell erfasst. Eine Analyse der Prozessverläufe stößt dabei auf vielfältige Probleme, z.B.:

  • Unvollständige Datenbasis
  • Wenig strukturierte Datenbasis
  • „Weiche Faktoren“ in der Prozesslogik und Bewertung
  • Hoher individueller und kultureller Einfluss
  • Ad-hoc Verläufe in der Prozessdurchführung
  • Oft Langfristige Entwicklungen  im Fokus
  • Fokus auf Interaktion und Kommunikation

Eine Arbeit in diesem Gebiet greift gezielt einige der Aspekte auf, um dort mögliche Lösungsansätze zu entwickeln oder zu evaluieren. Wir arbeiten hier mit Partnerunternehmen der Familien- und Jugendhilfe zusammen, die uns anonymisierte Datensätze zur Untersuchung bereitstellen und Raum für eine praktische Evaluation bieten.

Datenökosysteme und Geschäftsmodelle für die Mobilität der Zukunft

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 22.06.2018

"Daten sind das neue Öl" - speziell im Bereich der Mobilität gibt es eine stark zunehmende Vielfalt und Vielzahl an Daten, die moderne Fahrzeuge erfassen. Damit diese Daten über den Fahrzeugzustand und dessen Nutzung wie auch das Umfeld (z.B. die Straßenbeschaffenheit, Stau- und Parkraumsituation) sinnvoll genutzt werden können, bedarf es neben geeigneten technischen Schnittstellen zur Übermittlung und Speicherung auch neuer Geschäftsmodelle für die Datenökosysteme. Unter Letzterem werden Systeme zur Speicherung und Übermittlung von Daten sowie die Akteure, die diese Systeme wirtschaftlich nutzen, verstanden. Ziel der Arbeit ist es, bestehende Plattformen für Mobilitätsdaten aus dem Individualverkehr zu analysieren und mit einer ausgewählten Geschäftsmodellierungssprache zu beschreiben (z.B. Business Model Canvas oder e3 Value). Die so entstandenen Modelle sollen anschließend analysiert werden, um so Muster erfolgreicher Datenökosysteme zu ermitteln. Diese Muster können auch durch den Vergleich mit weiteren, bereits gut etablierten Datenökosystemen in anderen Bereichen (z.B. Haushaltsgeräte, Fitnesstracker) gewonnen werden.

Werkzeugunterstützung für die 4EM-Methodik zur Unternehmensmodellierung

Themensteller: Dr. B. Lantow


Geeignet für: Bachelorarbeit/Masterarbeit/Berufspraktikum

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 14.03.2019

Mit 4EM gibt es eine Methode zur Unternehmensmodellierung, welche sich für den Einsatz in Praxis und Lehre eignet. Sie wurde in den letzten Jahren durch ein internationales Forscherteam zusammen mit dem Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik entwickelt und ist an mehreren Universitäten in Europa Bestandteil der Lehre.

Eine Unterstützung für die Modellierung bestand bisher in der Bereitstellung von Templates für verschiedene Diagrammeditoren wie Visio und DIA. Damit verbunden sind zwei Probleme: (1) Der Modellierer muss die Einhaltung der Regeln der 4EM-Modellnotation selbst überwachen (2) Es entsteht kein formales Modell, welches weiterer maschineller Analyse zugänglich wäre.

Die Universität Wien hat ein Projekt gestartet, um ein 4EM-spezifisches Modellierungswerkzeug zu entwickeln, welches diese Probleme lösen soll. Inzwischen existiert ein Prototyp dieses Werkzeugs, welcher bereits in der Lehre eingesetzt wurde und im Verbund des 4EM-Teams weiterentwickelt wird. Dieser Prototyp basiert auf der ADOxx-Plattform welche die Basis für Modellierungswerkzeuge in vielen EU-Projekten und für kommerzielle Anbieter ist. ADOxx bietet die einfache Generierung eines grafischen Editors auf Basis eines Metamodells der jeweiligen Modellierungssprache, die Möglichkeit der Anpassung des Editors mit Skripten und die Nutzung sprachenunabhängiger Module zur Modellanalyse.

  • Mögliche Aufgaben im Rahmen einer Arbeit sind unter anderem:
  • Abbildung des gesamten 4EM-Sprachmodells im Werkzeug
  • Verbesserung der Usability
  • Ergänzung von Schnittstellen und Analysefunktionalität
  • Bereitstellung von Funktionalität zur Modellierung im Team und zum Modellmanagement
  • Untersuchung des Einflusses des Werkzeugs auf den Modellierungsprozess

Die Arbeit wird in Kooperation mit den beteiligten Forschungseinrichtungen durchgeführt.

Entwicklung von Ontologie und Ontologiemuster am Beispiel des Anwendungsgebiets Freizeit/Tourismus

Themensteller:Kurt Sandkuhl

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 22.02.2018

Ontologien bieten die Möglichkeit, wichtige Konzepte in einem Anwendungsgebiet und deren semantische Beziehungen in einer formalen Repräsentation zu erfassen. So kann beispielsweise das gemeinsame „Weltmodell“ aller Akteure in einem Anwendungsgebiet oder der in einer Organisation verwendete Begriffsraum explizit gemacht werden. Ontologiemuster sind wiederverwendbare Ontologiebausteine, die gute Modellierungslösungen repräsentieren und für beispielsweise verschiedene Weltmodelle verwendet werden können.

Das Ziel der Masterarbeit ist es, einerseits eine Ontologie für ein ausgewähltes Anwendungsgebiet zu entwickeln und andererseits dabei Muster zu identifizieren, die möglicherweise für andere Gebiete interessant sind. Die Ontologieentwicklung soll als Ausgangspunkt bereits verfügbare Datenmodelle, Topic-Maps, Klassifikationsstandards oder andere Konzeptualisierungen haben. Die Werkzeugunterstützung bei der Entwicklung und Pflege von Ontologien und –mustern ist zu berücksichtigen.

Eine Beschäftigung als wissenschaftliche Hilfskraft im Projekt SEMA (semantische Assistenz bei der Objekterkennung in Bewegtbildern) ist möglich. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit FutureTV als Projektpartner denkbar, aber nicht verpflichtend.

 

Konzeption und prototypische Implementierung eines Desktop-Activity-Tracker mit Empfehlungsfunktion

Themensteller:Michael Fellmann

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 01.01.2019

Zeit gehört zum Wertvollsten, was wir besitzen. Dennoch ist oft unbekannt, für welche Aktivitäten wieviel Zeit aufgewendet wird, und wichtige Aktivitäten werden vernachlässigt zugunsten von Dringlichen. Zwar existieren für die betriebliche wie private Nutzung bereits Zeiterfassungswerkzeuge, die jedoch einen hohen manuellen Aufwand und viel Disziplin erfordern, um die Zeitverwendung exakt zu dokumentieren. Sie sind somit auf Dauer kaum praktikabel. Ziel der Arbeit ist es daher, ein Werkzeug zu konzipieren und prototypisch umzusetzen, das rechnergestützte Aktivitäten automatisch aufzeichnet. Hierzu soll es dem Benutzer möglich sein, verschiedene Zeitkonten zu definieren und Aktivitäten in einfacher Weise mit den Konten zu verbinden. Ein Beispiel für eine derartige Verbindung wäre es, ein Zeitkonto für ein bestimmtes Projekt (etwa die Masterarbeit) zu definieren und zur Erkennung einen Speicherort auf dem Rechner oder ein eindeutiges Kürzel zu nutzen. Öffnet der Nutzer ein Dokument von diesem Speicherort oder enthält ein Terminkalendereintrag oder ein geladenes Dokument das Kürzel im Dateinamen, kann die Aktivität automatisch korrekt dem Zeitkonto zugeordnet werden. Das Konzept soll weiter die Definition von zeitbezogenen Zielen ermöglichen (etwa „maximal 10 Stunden pro Woche für den Nebenjob aufwenden“). Diese Ziele sollen herangezogen werden, um Aktivitätsvorschläge zu generieren. Bei der Generierung der Vorschläge sind die Einträge im Terminkalender des Nutzers zu beachten. Der Fokus der Bearbeitung kann, je nach Interesse und Vorwissen, eher auf die konzeptionellen Durchdringung und Aufarbeitung des Themas gelegt werden wie auch auf der prototypischen Implementierung. Hierzu kann bereits bestehender Code für Windows-Rechner und das Microsoft Office-System erweitert werden, mit dessen Hilfe die Nutzung von Programmen aufgezeichnet und Terminkalendereinträge ausgelesen werden können.

Kontextsensitive Aktivitätsempfehlungen über eine dynamische To-do-Liste

Themensteller:Fabienne Lambusch

 

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch/Englisch

Datum: 07.02.2018

Die To-do-Liste ist ein gängiges Werkzeug der Selbstorganisation und dient dazu, noch nicht erledigte Aufgaben oder anstehende Aktivitäten zu sammeln. So bildet sie eine wichtige Grundlage für das Zeitmanagement. In der einfachsten Form besteht die Liste nur aus Aufgabeneinträgen, wobei neue Aufgaben hinten an die Liste angehängt werden. Damit wird diese statische Liste schnell unübersichtlich und die Verwaltung eine zusätzliche Last. Ziel der Arbeit ist es daher, ein Konzept für eine dynamische To-do-Liste zu erstellen, die eine automatische Anpassung der Reihenfolge von Einträgen anhand einer Reihe zu untersuchender Kriterien ermöglichen soll. Die Anreicherung der Liste um Kriterien soll von üblichen Eigenschaften, wie Fristigkeit und Wichtigkeit, bis hin zu kontextabhängigen Eigenschaften reichen. Kontextinformationen können über einen verfügbaren Smartwatch-Datenlogger gesammelt und mit Aufgaben (z.B. ein bestimmtes Dokument bearbeiten) oder Aktivitäten (z.B. Sport treiben) in Verbindung gebracht werden. Der Datenlogger zeichnet sowohl den Standort des Nutzers, als auch physiologische Parameter auf. Somit können Einträge in der Liste unter anderem mit einem Standort versehen oder mit körperlicher Belastung assoziiert werden. Dadurch wird es möglich, anhand der festgelegten Kriterien kontextsensitive Empfehlungen für passende nächste Aktivitäten zu geben. Die dynamische To-do-Liste mit Empfehlungsfunktion soll als Konzept entwickelt werden sowie prototypisch implementiert werden. Eine Evaluation im Selbstversuch sowie mit Probanden sollte als letzter Schritt der Arbeit angestrebt werden.

Zum Einfluss des Werkzeugs auf die Gruppenarbeit bei der Unternehmensmodellierung – ein empirischer Vergleich zwischen Whiteboard und Multi-Touch-Tisch

Geeignet für: Masterarbeit

Sprache: Deutsch

Datum: 14.07.2017

 

Vorgeschlagen von: Anne Gutschmidt

Unternehmensmodellierung wird bevorzugt in Gruppen durchgeführt, um eine Vielfalt von Stakeholdern mit deren persönlicher und fachlicher Sicht einzubeziehen. Häufig werden zum Zeichnen der Modelle Plastikfolie oder auch Whiteboard verwendet. Zunehmend werden jedoch auch andere Medien wie Multi-Touch-Tische für diesen Zweck in Erwägung gezogen, da sich Modelle hiermit leichter speichern und ändern lassen. Multi-Touch-Tische sind jedoch teuer in der Anschaffung. Daher ist es wichtig herauszufinden, ob und welchen Mehrwert Multi-Touch-Tische gegenüber traditionellen Medien schaffen. Es fehlen insbesondere Kenntnisse darüber, wie die Zusammenarbeit in der Gruppe am Multi-Touch-Tisch abläuft und mit welchen Mitteln, z.B. im Rahmen der Software- und Benutzeroberflächengestaltung, diese Zusammenarbeit unterstützt werden kann. In einer als Experiment angelegten Studie, die im Juni 2017 stattfand, wurden bereits sechs Gruppen bei der Erarbeitung eines Ziel- und Problemmodells mit der 4-EM-Notation gefilmt und danach zu ihrer Gruppenarbeit befragt. Jede Gruppe bestand aus drei Mitgliedern. Drei der Gruppen arbeiteten an einem Whiteboard inklusive Moderationskarten, Magneten und Markern, die drei anderen Gruppen arbeiteten an einem Multi-Touch-Tisch, der mit einem speziellen Editor für Ziel-und Problemmodellierung ausgestattet war. In der Masterarbeit soll anhand der bereits gesammelten Daten die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppen am Multi-Touch-Tisch mit der am Whiteboard verglichen werden. Besonderer Fokus soll dabei auf der Partizipation und Koordination der Gruppenmitglieder liegen. Für die Auswertung der Videodaten und der Interviews sind vor allem inhaltsanalytische Methoden heranzuziehen. So müssen verbale sowie nonverbale Beiträge der Gruppenmitglieder und ihre Nutzung des Mediums während der Modellierung analysiert werden. Neben Unterschieden und Gemeinsamkeiten der Zusammenarbeit an Whiteboard und Multi-Touch-Tisch soll Wissen zur Verbesserung des Modellierungsprozesses sowie der Softwareunterstützung herausgearbeitet werden.